3:1 – Arminia Bielefeld schlägt VfB Fichte im 167. Derby

By 1. Juli 2019 Fußball

Autor: FuPa / NW / Foto: Wolfgang Rudolf

 

„Hüpker“ unterliegen der Arminia im Traditionsderby mit 1:3.
Dennis Lobitz freut sich über seinen Treffer.

Der Rekord wurde nicht geknackt! Nur rund 2.000 Zuschauer fanden am Samstag den Weg auf die Rußheide und schauten sich das 167. Traditionsderby zwischen dem VfB Fichte und dem DSC Arminia an. Am Ende setzte sich der Zweitligist mit 3:1 durch, doch die „Hüpker“ waren wohl noch nie näher an einem Erfolg als am Samstag.

Kein Wunder also, dass Fichtes Cheftrainer Mario Ermisch nach dem Spiel nur lobende Worte für seine Mannschaft übrig hatte. „Wir haben das wirklich ordentlich gemacht. In manchen Situationen hatten wir zu viel Respekt, aber insgesamt konnte man sich das gut angucken.“ Damit brachte Ermisch die 90 Minuten in brütender Hitze kurz und knapp auf den Punkt. Die Kicker vom VfB Fichte waren stellenweise sehr nah an der Führung. Zwar brachte Keanu Staude den Favoriten nach 16 Minuten in Führung, doch der VfB Fichte hatte etwas vor. Über die linke Seite rollte eine Welle Ex-Arminen über den DSC. Mert Cingöz ging mit dem Ball bis zur Grundlinie, vorbei ein Namen wie Tom Schütz oder Fabian Kunze, hatte dann den Blick für den mitgelaufenen ebenfalls Ex-Arminen Dennis Lobitz, der in der Mitte goldrichtig stand und Stefan Ortega die Kugel frech in die Maschen drosch (40.).

Nach 45 Minuten war für Lobitz dann aber auch Schluss. Ermisch schickte ihn zum Duschen. „Ich glaube, Mario hatte einfach Angst, dass ich noch ein oder zwei Tore mache und das Arminia mich dann sofort einpackt und mit ins Trainingslager nimmt“, scherzte der Torschütze. Insgesamt sei das Traditionsderby wieder mal eine schöne Sache gewesen. „Natürlich ist es etwas besonderes und dieses Mal glaube ich, hätten wir noch mehr holen können, wenn wir vorher öfter trainiert hätten“, war sich Lobitz sicher.

Kurz vor der Pause hatte Marcel Rohde das erste Mal die Führung auf dem Fuß, nach gut einer Stunde dann das zweite Mal. Er scheiterte allerdings. „In jedem anderen Spiele wäre es wohl ein Tor gewesen, was du machen musst, in diesem Spiel ist es eins, was du machen kannst“, analysierte Maxi Helf die aussichtsreiche Torsituation seines Mitspielers. Auch Helf hatte insgesamt viel Spaß. „Aber ein paar Grad weniger wären auch okay gewesen“, so der „Sechser“, der mit Jomaine Consbruch und Fabian Kunze zwei DSC-Youngsters als direkte Gegenspieler hatte. „Das war ganz cool und über weite Teile des Spiels auch ausgeglichen.“

v. li.: Jobst Hölzenbein, Mario Ermisch, Samir Arabi und Uwe Neuhaus. Foto: Wolfgang Rudolf

Arminia hatte in der zweiten Halbzeit insgesamt mehr Torchancen, scheiterte aber ein ums andere Mal am glänzend aufgelegten VfB-Keeper Matti Kuuse. Der Rückkehrer grinste nach dem Spiel wie ein Honigkuchenpferd. „Es ist schön wieder hier zu sein. Irgendwie so, als wenn man nach Hause kommt“, beschrieb Kuuse sein Gefühl, wieder auf „seiner“ Rußheide auflaufen zu können. Gegen die Treffer von Stefan Salger und Jomaine Consbruch war der Schnapper dann allerdings machtlos. „Schade, ein Unentschieden wäre nicht mal wirklich unverdient gewesen“, sagte Kuuse. Ähnlich sah es auch VfB-Kapitän Orkun Tosun: „Ich denke, wir haben uns sehr gut verkauft. Eigentlich war für uns sogar mehr drin.“

Sein Debüt für den VfB Fichte gab auch Arne Kampe. Der Torhüter spielte in der ersten Halbzeit und konnte sich auch in der einen oder anderen Situation auszeichnen. „Es war ein gutes Gefühl und ein wirklich toller Rahmen. Insgesamt würde ich sagen, war es eine sehr gelungene Veranstaltung“, so der Schlussmann. Gut zufrieden zeigte sich auch VfB-Fußball-Abteilungsleiter Jobst Hölzenbein: „Ich denke, es hat wieder alles gepasst, alle sind glücklich und zufrieden, alle sind gesund vom Platz gegangen und ich hatte den Eindruck, dass es den Leuten auch wieder Spaß gemacht hat.“

Ein besonderes Spiel war es auch für Schiedsrichter Timo Kramp. Der Lateinlehrer pfiff etliche Jahre für den Kreis Bielefeld, verlässt die Teutostadt nun berufsbedingt in Richtung Lünen und wird somit für den Kreis Dortmund pfeifen. „Ich habe mich sehr gefreut, dass ich dieses Spiel als Abschiedsspiel bekommen habe. Es hat mir unheimlich viel Spaß gemacht und ich möchte mich herzlich bedanken, dass es möglich gemacht worden ist, dass ich hier pfeifen durfte“, sagte Kramp, der minutenlang nach seinem Abpfiff rührselig mit seinen Assistenten Niklas Skora und Robin Escher auf dem Platz stand, die Eindrücke aufsaugte und einfach das Erlebte genoss.