Mit »blödem Gefühl« in die Pause

By 9. Dezember 2018 Fußball

Bemüht, aber über weite Strecken glücklos: Für Oguz Peker (links) und den VfB Fichte reichte es gegen Viktoria Rietberg nur zu einem 1:1-Unentschieden. Foto: Mike-Dennis Müller

 

VfB Fichte spielt gegen Viktoria Rietberg nur 1:1

Von Henrik Wittenborn

Bielefeld (WB). Der VfB Fichte und Viktoria Rietberg – zumindest aus Sicht der Hüpker passt das nicht wirklich zusammen. Nach dem 1:4 im Hinspiel ist der Spitzenreiter der Fußball-Landesliga erneut nicht über ein 1:1 (0:1) hinausgekommen.

Am Überwintern auf Platz eins änderte das aber nichts: Weil das Verfolgerduell zwischen SuS Bad Westernkotten und dem TuS Tengern ausfiel, baute der VfB seine Spitzenposition sogar um einen Punkt aus.

Bloß hätten es angesichts der spielerischen Überlegenheit und des Chancenplus auch gut und gerne drei sein können. »Jetzt gehen wir mit einem blöden Gefühl in die Winterpause. Das tut schon ein bisschen weh«, sagte Kapitän Orkun Tosun nach dem zweiten Unentschieden gegen ein Mittelfeldteam hintereinander. »Aber gegen tief stehende Gegner tun wir uns einfach schwer.«

Fichte um schnelle Antwort auf 0:1 bemüht

Und jenem tief stehenden Gegner spielte schon nach fünf Minuten der Spielverlauf in die Karte. Wohl halb gewollt, halb vom Zufall begünstigt, zogen die Rietberger die Bielefelder Hintermannschaft mit einem Flankenwechsel auseinander. Die flache Hereingabe versenkte Alexander Sandjohann technisch anspruchsvoll zur frühen Rietberger Führung (6.). »Dabei wollten die eigentlich gar nichts machen«, sagte Fichtes Trainer Mario Ermisch ob der defensiven Grundausrichtung der Gäste, die dem VfB schon im Hinspiel große Probleme bereitet hatte.

Seinem Team fehlte es in der Folge zwar nicht am Engagement, wohl aber an der nötigen Durchschlagskraft. Maximilian Helfs Schuss aus der Drehung (7.) geriet zu harmlos, Mert Cingöz blieb aus halblinker Position beim Schuss im Boden hängen. Am gefährlichsten wurde es da noch nach einem Standard – und auch das eher zufällig: Cingöz’ Hereingabe rutschte durch, wurde aber auf der Linie geklärt.

»Das wird schwer heute«, ahnte Ermisch schon nach 40 Minuten. Der meinte damit zwar die mitunter eigenwillige Linie des Schiedsrichters, könnte aber genau so gut auch über die Bemühungen um den Ausgleich gesprochen haben. Den hatte Maximilian Helf kurz nach der Pause erneut nach einem Cingöz-Freistoß auf dem Fuß, seine Direktabnahme aus zehn Metern rauschte aber über das Tor. »Solche Chancen muss man in diesen Spielen nutzen«, meinte Ermisch.

Langer Ball bringt den Ausgleich

Fichte wechselte mit der Hereinnahme von Abubakari Sadicki zwar offensiv, bekam seine Stürmer aber zu selten in Szene gesetzt. Das musste ausgerechnet Torhüter Christopher Rump erledigen. Vom Rückenwind getragen landete sein Abschlag perfekt im Laufweg von Cingöz, der von der Grundlinie direkt in den Strafraum legte. Da war Sadicki seinen Gegenspieler entwischt und traf aus kurzer Distanz zum 1:1 (77.).

In der Schlussphase wollte der VfB das Jahr zwar mit drei Punkten beenden, fand aber keine Lücke mehr in der Rietberger Hintermannschaft. Mit etwas Glück hätten sich die Gäste in der Schlussphase sogar noch endgültig zum Bielefelder Angstgegner machen können.