Bernd Behrends wird 80!

Verfasst von 18. Juni 2018Allgemein

Er bekleidet längst kein offizielles Amt mehr, doch er ist allgegenwärtig. Tage, an denen er nicht an der Rußheide vorbeischaut, sind selten. Das Fichteheim in der Senne ist ihm eine Herzensangelegenheit. Ohne ihn würde es kein Vereinsarchiv geben. Oft ist bei Sportlern und Vereinsverantwortlichen dieser eine Satz zu hören: „Frag mal Bernd“. Er ist eines dieser unverzichtbaren Rädchen, ohne die ein Sportverein nicht funktionieren würde. Am heutigen Montag feiert Bernd Behrends, der langjährige Vorsitzende des VfB Fichte Bielefeld, seinen 80. Geburtstag.

Es sagt viel über den Menschen Bernd Behrends aus, dass er schon mehrfach abgewunken hat, als es darum ging, zum Ehrenvorsitzenden ernannt zu werden. Überhaupt sind ihm Ehrungen ein Gräuel – wenn es um seine Person geht. Auf der anderen Seite bereitet es ihm bis heute umso mehr Freude, langjährige und verdiente Sportler und Mitglieder mit Schwung und Witz auszuzeichnen oder ältere VfB-Fichteraner anlässlich ihres runden Geburtstages mit einem Blumenstrauß zu überraschen. Bernd Behrends lebt seinen Verein. Bis heute und jeden Tag.

Bernd Behrends kam als aktiver Handballer zur damaligen Spvg. Fichte 06/07. Innerhalb der Abteilung war er fast alles: Schriftführer, Zeitnehmer, Betreuer, Sekretär. Von 1982 bis 1987 war er Abteilungsleiter, ehe er 1987 zum Vorsitzenden des Gesamtvereins gewählt wurde. Insgesamt 21 Jahre bis 2008 hatte er dieses Amt inne – eine Zeit, in der viele wichtige Weichen gestellt werden mussten.

Die wohl Wichtigste: Die Verschmelzung der Spvg. Fichte mit dem VfB 03 Mitte 1999 zur neuen sportlichen Adresse im Bielefelder Osten: VfB Fichte Bielefeld. Es war seinerzeit eine schwere Geburt. Erst im zweiten Anlauf hatten die Fichte-Mitglieder dem Zusammenschluss zugestimmt – vor allem die Fußballer waren skeptisch. „Die Enttäuschung bei den Befürwortern war zunächst groß“, sagte Bernd Behrends damals, „doch dann haben wir nach der Devise ’Jetzt erst recht’ noch am gleichen Abend einen Termin für die nächste Versammlung reserviert.“ Und dann klappte es ja auch. Die Verschmelzung läutete eine der erfolgreichsten Zeiten der Fußballer ein, als der VfB Fichte zwischen 2001 und 2006 in der Oberliga spielte und in der Saison 2003/04 sogar lange um den Regionalliga-Aufstieg mitspielte.

Bernd Behrends, der sich nie als Funktionär („Ich halte nichts von Titeln“), sondern eher als „Vorarbeiter mit einer gewissen Vorbildfunktion“ gesehen hat, war stets ein streitbarer Zeitgenosse, wenn es um die Interessen seines Vereins ging. Wenn etwa Hallennutzungsgebühren eingeführt werden sollten oder der Fußballverband die Gebühren exorbitant erhöhen wollte, ging schon mal ein geharnischter Brief an die Verantwortlichen raus. „Ich habe Probleme mit der Obrigkeit“, sagt der ehemalige Bundesgrenzschützer und Polizeibeamte offen.

Im April 2008 gab Bernd Behrends den Vereinsvorsitz an Mike Arendt ab. Doch das Geburtstagskind war nie weg. „Ich habe oft einen guten Rat von Bernd bekommen, wofür ich ihm immer sehr dankbar gewesen bin“, sagt Mike Arendt. Bis heute ist Behrends 2. Abteilungsleiter bei den Handballern der HSG Bielefeld-Ost (zu der sich der VfB Fichte mit TuS Ost und TuRa zusammengeschlossen hat), er leitet zwei Fitness-Gruppen für Seniorinnen und Senioren (bei den Damen ist er Hahn im Korb) und ist „Bauleiter“ für das Fichteheim. Den für den Verein wegweisenden Bau des Kunstrasens auf der Rußheide 2014 hat er federführend begleitet.

Bernd Behrends ist der lebende Beweis, dass Sport jung hält. Der gesamte Verein gratuliert seinem ehemaligen Vorsitzenden, der eigentlich längst Ehrenvorsitzender sein sollte, herzlich zu seinem runden Geburtstag.