Der VfB Fichte Bielefeld feiert die Meisterschaft

By 22. Mai 2017Fußball

Trotz Niederlage konnte der VfB Fichte Titel und Aufstieg feiern, da Verfolger SC Verl II Punkte liegen ließ

Der VfB Fichte verliert beim SC Vlotho mit 0:1 und wird trotzdem am vorletzten Spieltag Meister der Landesliga, da Mastholte ein 1:1 beim SC Verl II einfahren konnte. Landesligist SV Avenwedde muss 23 Jahre nach dem Aufstieg den bitteren Gang zurück in die Bezirksliga antreten. Der FC Kaunitz wahrt mit 1:0-Sieg gegen BV Bad Lippspringe Chance auf Ligaerhalt.

SC Vlotho – VfB Fichte Bielefeld 1:0
Das war ein gelungenes letztes Heimspiel für den SC Vlotho. Der Klassenneuling setzte sich in der Fußball-Landesliga 1:0 gegen den VfB Fichte Bielefeld durch und durfte abschließend gemeinsam mit seinen Gästen feiern: Weil nämlich der Rangzweite SC Verl II nur Unentschieden spielte, stehen die „Hüpker“ trotz der Niederlage auf dem Winterberg vorzeitig als Meister fest.
„Damit haben wir auch unser drittes Saisonziel übererfüllt“, freute sich SCV-Trainer Olaf Sieweke über die jetzt auf dem Konto stehen 51 Punkte. Die Gäste traten in Vlotho sehr kampfbetont an, brauchten sie doch rechnerisch vor dem vorletzten Saison-Spieltag noch einen Punkt zum Wiederaufstieg in die Westfalenliga. Aber Vlotho hielt mit einer „Notbesetzung“ dagegen: „Die Mannschaft hat gekämpft wie die Löwen!“, zollte der Trainer ein Riesen-Lob an seine Schützlinge.
Das Siegtor fiel schon sehr früh: Nach einem lang gezogenen Freistoß Joschka Kachels aus dem Halbfeld traf Sascha Schmikal in der 4. Minute per Kopf, wobei der Bielefelder Schlussmann alles andere als gut aussah. Zwar hatten die Bielefelder durch David Schwesig durchaus eine Ausgleichschance nach zehn Minuten, vor der Pause aber vergab auf der anderen Seite Schmikal auch die Möglichkeit zum 2:0.
Nach dem Seitenwechsel war ein ausgeglichenes Spiel mit wenig Torchancen zu sehen, das durch gleich drei Platzverweise noch eine besondere Würze erhielt. Nachdem zunächst Vlothos Christian Franz wegen einer Notbremse des Feldes verwiesen wurde, „erwischte“ es anschließend gleich noch zwei Bielefelder nach Foulspiel beziehungsweise wegen Meckerns. „Da war viel Platz auf dem Feld“, bemerkte Sieweke.

16.49 Uhr im Rudolf-Kaiser-Stadion zu Vlotho: Das Spiel zwischen dem SC und dem VfB Fichte ist noch in vollem Gange, als von der Haupttribüne plötzlich Erkan Ünal, der Bruder von Fichtes Stürmer Volkan, schreit: „Meister, Jungs!“ Zu diesem Zeitpunkt lag der VfB mit 0:1 zurück, allerdings war das Spiel zwischen dem SC Verl II und RW Mastholte bereits beendet. Das 1:1 der Verler reichte den „Hüpkern“, um mit einer Niederlage trotzdem Meister zu werden.
„Es ist ein extrem komisches Gefühl, wenn du verlierst, aber trotzdem Meister bist“, musste auch Fichtes Trainer Julian Hesse zugeben, ehe er von Kapitän Lennard Warweg die nächste Bierdusche abbekam. Hesse nahm es – ganz in der Gentlemanmanier von Bayerns Carlo Angelotti – hin, wischte sich das Bier aus dem Gesicht und mischte sich wieder in seine feierwütige Masse.
„Hinsetzen!“, forderten Ersatzkeeper Frank Wilhelm und Lennard Warweg die ihren auf und die Meister taten, was ihnen befohlen wurde. „Schalalalalala, oh VfB“, flüsterten Wilhelm und Warweg und steigerten ihre Lautstärke von Sekunde zu Sekunde, um nach einer gewissen Zeit einfach komplett auszuflippen und ganz Vlotho zusammen zu brüllen. Und natürlich durfte auch die obligatorische Humba nicht fehlen. Selbige wurde von Volkan Ünal angestimmt. „Wir haben versprochen, dass wir den Abstieg wieder gut machen und das haben wir gehalten“, meinte Ünal. Allerdings, soviel Kritik muss erlaubt sein, zeigte der VfB gestern wahrlich kein gutes Fußballspiel.
Um 14.58 Uhr betraten die beiden Teams den Kunstrasen, um 15:02 Uhr ertönte der Anpfiff von Schiedsrichter Timur Isikcilar. Bereits nach vier Minuten fiel das Tor des Tages durch einen Kopfball von Vlothos Sascha Schmikal. Die Zuordnungen passten in der Viererkette zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht. Der ansonsten lautstarke Fanclub der „Hüpker“ verstummte. In den Gesichtern war ein deutlicher Schock zu erkennen. Damit hatte wahrlich niemand gerechnet. Bis zur Pause tat sich dann nichts, Fichte hatte zwar die ein oder andere Möglichkeit, verpasste es jedoch, diese zu nutzen. So ging es mit einem Rückstand in die Kabine. Um 15:58 Uhr gab der Stadionsprecher die Halbzeitergebnisse durch. „SC Verl gegen Mastholte 0:1.“ Großer Jubel im VfB-Lager. Nach dem Seitenwechsel sollte es dann das Spiel der kuriosen Schiedsrichterentscheidungen werden. Zunächst sah der Vlothoer Christian Franz glatt Rot, dann mussten auch noch David Schwesig und „Chief“ Sadicki mit der Ampelkarte vom Feld. „Das war eine absolut unglückliche Spielleitung für beide Seiten“, sagte Hesse, der insgesamt gar nicht viel über das Spiel erzählen wollte. „Wir haben das ganze Jahr hart auf diesen Moment hingearbeitet und wir haben immer dran geglaubt, dass wir es schaffen“, so der Jungcoach, der durchaus mit seinen Emotionen zu kämpfen hatte.
„Jetzt genießen wir erst einmal die Rückfahrt im Bus, dann trinken wir das ein oder andere Bier an der Rußheide und dann geht’s weiter“, lachte er.

Tore: 1:0 Sascha Schmikal (4.)
Platzverweise: Gelb-Rot gegen David Schwesig (69./VfB Fichte Bielefeld), Gelb-Rot gegen Abubakari Sadicki (78./VfB Fichte Bielefeld), Rot gegen Christian Franz (66./SC Vlotho)

 

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